#nevergiveup – Mittwoch – Gitarre vs. Snowboard

Brrrrrr… wirklich einskalt ist es heute draußen, da möchte man sich am liebsten in die Decke wickeln und neben dem Kamin ein Buch lesen.

ABER nicht mit uns, bei uns heißt es nach der Arbeit ab nach Hause, die dicken Skisocken anziehen und bei minus 12 Grad schnellstens zum Skilift.

Apropos Skilift, es ist ja leider so, dass der Großteil der arbeitenden Gesellschaft nicht die Möglichkeit bekommt, nachmittags, bei strahlendem Sonnenschein zur Skipiste fahren zu können und gemütlich mit dem Sessellift in die Berge gefahren wird. Nein, unsereins  kommt frühestens um 18 Uhr los und dann gibt es genau eine Möglichkeit, nämlich sich bei Flutlicht den Schlepplift hinaufziehen zu lassen.

Das mit dem Schlepplift ist tatsächlich so eine Sache, es mag ja sein, dass ich mich in dieser Beziehung besonders dumm anstelle, aber hätte man mich die letzten Male einen Tag danach angesehen und wenn ich es selbst nicht besser wüsste, hätte man meinen können, ich wäre einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen… und nein davon gibt es keine Bilder, schon gar nicht im Netz!

Tatsache ist, heute klappte es erstaunlicher Weise überraschend gut, fast so als hätte ich nie etwas anderes gemacht, was mir wieder einmal beweist, man braucht für alles im Leben Geduld.

Und damit zum eigentlichen Thema, um meine andere Leidenschaft, die Musik mal wieder etwas aufzugreifen, möchte ich heute den ultimativen Vergleich machen, was eigentlich schwerer ist zu lernen, Snowboard fahren oder Gitarre spielen lernen….

Mit beidem habe ich relativ spät begonnen, ich war so um die 27 / 28 (wie ihr wisst, jetzt bin ich fast 30, also noch gar nicht so lange her).

Generell sag ich ja immer „Sport kann jeder irgendwie machen, Musik ist härter“, manche werden mich für diesen Spruch hassen und wahrscheinlich kann man das auch nicht so pauschalisieren, aber irgendwie ist schon was wahres dran, finde ich.

Zuerst möchte ich euch einen grundlegenden Tipp geben, egal was ihr anfangt, ob mit 5, 12 oder wie ich Mitte 20 sucht euch bitte einen Lehrer!

Einen, der eine gute Ausbildung hat. Es hat seine Gründe warum es Lehrer gibt und ich gehe sogar soweit zu sagen, wenn man etwas ordentlich lernen möchte, klappt es nur unter der richtigen Anleitung.

Hat man den passenden Lehrer gefunden, kanns los gehen…aber nicht ohne die nötige Basic, bei einem Instrument sind es die Noten…viele werden sagen „braucht man erstmal nicht“ aber ich finde, um vernünftig Musik zu machen braucht es ein bisschen Notenverständnis schon – die genauen Gründe dafür bedarf es denke ich einem gesonderten Post.

Beim Snowboard fahren ist wahrscheinlich die wichtigste Basic ein paar Muskeln in dem Beinen. Also ich sage euch, am Anfang dacht ich, ich könnte nicht mal aufstehen mit dem blöden Brett an den Beinen.

Beim Boarden und beim Klampfen sind zwei Dinge anfangs komplett gleich, man denk man würde das nie lernen, ist einfach nicht talentiert genug dafür oder der eigene Körper ist schlicht und ergreifend nicht dafür ausgelegt, diese ungewohnten Bewegungen zu machen.

Ich meine es ist doch so, weder ist es im Alltag normal mit beiden Beinen an einem Brett festgeschnallt zu sein und dann mit Hilfe von der Verlagerung des Körpergewichts Kurven zu fahren, um den Berg runter zu kommen, noch sind die Finger eines Menschen geeignet sich dermaßen zu verrenken. Wer schonmal einen Barrégriff geübt hat, weiß was ich meine.

Ganz witzig, Wikipedia sagt zum Erlernen eines Barrégriffs Folgendes:

„Diese Griffe sind wirklich nicht leicht zu erlernen. Sie stellen für jeden Anfänger eine Hürde dar, die erst einmal bewältigt werden muss. Es dauert – je nach Übungseinsatz – einige Wochen oder Monate, bis sich der Erfolg einstellt.

Der Grund für die erhöhte Schwierigkeit dieser Griffe liegt in der mangelnden Kraft der Finger. Fehlende Kraft kann – wie bei einem Sportler auch – nur durch regelmäßiges Training der betroffenen Muskeln ausgeglichen werden. Vor allem dem Zeigefinger der Greifhand mangelt es an Stärke, darum zielt die Übung ausschließlich auf diesen Finger ab.“

Was sagt mir das, meine beiden Hobbies sind gar nicht so unterschiedlich, als ich bisher dacht.

Was ich sagen möchte, man braucht für beides Disziplin und muss hart üben, denn jeder Anfang ist schwer, immer.

Allerdings hat man den Dreh beim Boarden schnell raus. Wobei schnell jetzt wieder relativ ist, denn ich dacht wirklich irgendwann, ich wäre der einzige Mensch auf dieser Welt, der das nie lernen würde. Aber wenn man einfach am Ball bleibt, was ich getan habe, kommt man ziemlich schnell, sicher den Berg runter. Auch das Fahren mit dem Schlapplift kann man lernen – es ist hart und schmerzhaft, aber man kann es lernen, versprochen.

Manchmal ist es auch so, dass man über Dinge eine Nacht schlafen muss, keine Ahnung warum unser Gehirn so funktioniert, aber was heute noch überhaupt nicht geklappt hat, funktioniert dann plötzlich morgen…so war es auch heute beim Liftfahren…“tadaaaa…plötzlich funktioniert es prima!“

Bei der Gitarre ist es zwar ähnlich, aber dennoch  anderes, denn man kann zwar schnell ein paar Akkorde klampfen, aber bis man mal vernünftig ein Lied spielen kann, dauert es einfach ewig. Wenn man dann noch ein bisschen perfektionistisch ist, wie ich es nunmal bei der Musik leider bin, wird man immer und immer wieder verzweifeln.

Deshalb finde ich auch das Musik so hart ist, man wird so schnell immer und immer wieder enttäuscht, meist von sich selbst. Das ist auch der Grund, warum es hier sicherlich auch weiterhin mehr Posts über Sport als über meine eigene Musik geben wird.

Wenn ich allerdings eins im Leben gelernt habe dann, dass man nicht aufgeben darf. Wenn ich daran denke, was ich früher alles begonnen habe und dann bei der kleinsten Enttäuschung „Ist kacke, keinen Bock mehr“.

Man sollte in seinem Leben einfach irgendwann an den Punkt kommen, wo man sagt „komm ich beiß mich jetzt durch“, „nein ich gebe nicht einfach auf“…Gott sei Dank kam mir diese Erkenntnis noch vor meinem 30ten Geburtstag, denn vielleicht ist das sogar das wichtigste im Leben – durchhalten und immer weiter kämpfen.

Es wird nie leichter, aber man muss ehrgeizig bleiben, sodass man auch Erfolgserlebnisse hat und dadurch Glücksgefühle.

Irgendwann…. nach ganz harter Arbeit und vielen Stürzen auf die Schnauze, fährst du dann eben locker und lässig den Berg runter oder du spielst deinen Freunden ein Lied auf der Gitarre vor, dass sie alle begeistert und applaudieren.

Das sind die Momente für die es sich zu arbeiten und zu kämpfen lohnt.

Also Arschbacken immer zusammengekniffen lassen und nie den Mut verlieren!

I already know what giving up feels like. I want to see what happens if I don’t.

 

 

 

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